Der Mund- Kiefer- Gesichts- Chirurg

Der Mund- Kiefer- Gesichts- Chirurg gehört zu den in seiner Ausbildung am höchsten spezialisierten Fachärzten in Deutschland.

Neben dem Studium der Humanmedizin muss er in einem zweiten Studiengang auch das Studium der Zahnmedizin erfolgreich absolvieren. Er ist dann also Arzt und Zahnarzt. Danach durchläuft er über vier Jahre eine Facharztausbildung mit einer festgelegten Anzahl von Operationen des Fachgebietes. Er schließt die Ausbildung mit der Prüfung zum Facharzt ab.

Als mögliche weitere Qualifizierung steht ihm die Zusatzbezeichnung Plastische Operationen des Fachgebietes zur Verfügung. Dazu muss er über weitere zwei Jahre i. d. R. in einer Fachklinik tätig sein und schwerpunktmäßig vorab geforderte plastische Operationen durchführen. Am Ende dieser Zusatzausbildung steht eine entsprechende Prüfung. Die ästhetische Gesichtschirurgie ist Teil dieser Zusatzausbildung.

Im Bereich der Zahnmedizin steht dem Mund- Kiefer- Gesichts- Chirurgen die Möglichkeit zu, einen Tätigkeitsschwerpunkt zu erlangen. Für den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie ist es erforderlich, ein umfangreiches Fortbildungscurriculum zu absolvieren. Weiterhin ist die chirurgisch- implantologische Tätigkeit über zwei Jahre Voraussetzung, in der Mindestzahlen erfolgreich durchgeführter Implantatoperationen dokumentiert und vorgelegt werden müssen. Am Ende dieses Fortbildungscurriculum steht mit einer entsprechenden Prüfung die Zertifizierung für diesen Bereich.

Um sich in einer entsprechenden Praxis für gesetzlich krankenversicherte Patienten niederlassen zu können, benötigt der Mund- Kiefer- Gesichts- Chirurg eine ärztliche und zusätzlich auch eine zahnärztliche Kassenzulassung. Während er die ärztliche Zulassung mit dem Erwerb seiner Facharztbezeichnung beantragen kann, setzt die kassenzahnärztliche Zulassung eine Praxisassistentenzeit über i.d.R. sechs Monate in einer Zahnarztpraxis voraus.

Insbesondere die Tätigkeit während der Facharztausbildung in einer Klinik für Mund- Kiefer- Gesichts- Chirurgie führt den in der Ausbildung befindlichen Arzt in Operationen mit immer höher werdendem Schwierigkeitsgrad ein. Die Bewährung in derartig komplexen, langdauernden Operationen gibt dem Facharzt für Mund- Kiefer- Gesichts- Chirurgie die operative Erfahrung, aus der heraus er die in der ambulanten Tätigkeit durchzuführenden Eingriffe mit größtmöglicher Sicherheit absolviert. Aus der Routine vieler tausender Eingriffe werden Komplikationen immer seltener; sollten dennoch einmal operative Schwierigkeiten auftreten wird er auch für diese Fälle Lösungen aus seinem großen Erfahrungsschatz heraus finden können.

Leider wird der Mund- Kiefer- Gesichts- Chirurg sowohl von Patienten als auch von ärztlichen Kollegen häufig mit einem Kieferorthopäden verwechselt.

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