Umstellungsoperation der Gesichtsknochen

Das Wachstum der Gesichtsknochen ist in bestimmter Weise genetisch programmiert. Weiterhin gilt jedoch eine Regel der Kieferorthopädie, dass Knochen „Form gewordene Funktion“ ist. So können auch schlechte Angewohnheiten, wie z.B. Daumenlutschen, den Knochen in seinem Wachstum erheblich stören. Auffällig wird dann im Laufe des Wachstums, dass die Zähne nicht korrekt aufeinander passen oder aber auch bereits von außen sichtbare Normabweichungen des Gesichts, etwa ein stark vorstehendes oder zurückliegendes Kinn, bestehen. Die Störungen des Zusammenbisses der Zähne werden in der Regel zunächst kieferorthopädisch behandelt. Hier besteht häufig auch noch die Möglichkeit, dass Wachstum entsprechend zu steuern. Stellt man aber fest, dass eine ordentliche Bisseinstellung allein durch kieferorthopädische Behandlung nicht erreicht werden kann, ist es erforderlich, die knöcherne Basis, in der die Zähne aufgestellt sind, zu korrigieren. Erst dann kann die kieferorthopädische Behandlung den optimalen Erfolg bringen. Diese Korrektur sollte erst nach Ende des Wachstums durchgeführt werden, damit nicht ein nach der bereits erfolgten Operation einsetzender Wachstumsschub das operative Ergebnis wieder verändert. Kommen Patienten mit dem Wunsch zu uns, das Aussehen, unter dem sie leiden, zu korrigieren, ist es oft erforderlich, sie auf die Störung des Zusammenbisses der Zähne hinzuweisen. In diesem Falle würden die Patienten von chirurgischer Seite aus kieferorthopädisch vorgestellt werden. Logischerweise ist es unsinnig, eine Fehlstellung des Kinns zu korrigieren, wenn sich dahinter ein komplett falsch gewachsener Unterkieferknochen mit Bissstörungen versteckt. Letztendlich erforderlich wird immer die Zusammenarbeit von Kieferorthopäden und Kieferchirurgen, um die die optimale Patientenzufriedenheit erreichen zu können.

Nach einer ersten Vorstellung, ggfs. auch gemeinsamen Besprechungen mit Ihrem mitbehandelnden Kieferorthopäden, wird speziell für Sie ein interdisziplinäres Behandlungskonzept entwickelt. Das nach Abschluss der Behandlung zu erwartende Ergebnis kann bereits jetzt am Computer simuliert werden.

Beispiel Computeranalyse

Beispiel Computeranalyse

Beispiel Computeranalyse

Am Anfang der gemeinsamen Therapie steht in aller Regel eine kieferorthopädische Vorbehandlungsphase. Parallel zu dieser können vorbereitende chirurgische Eingriffe, wie z.B. die Entfernung von verlagerten Weisheitszähnen oder die Behandlung von Wurzelspitzenentzündungen erfolgen. Wenn von kieferorthopädischer Seite festgestellt wird, dass die Vorbereitungsphase abgeschlossen ist, ist der Zeitpunkt für die Umstellungsoperation gekommen. Ein erneutes Studium ihrer Röntgenuntersuchungen sowie ihrer Zahnmodelle, mit denen die Operation zunächst in einer künstlichen Kiefergelenkapparatur simuliert wird, gehen der eigentlichen Operation voraus. Hier wird nun erneut die Vorplanung überprüft und der Eingriff definitiv festgelegt. Es ist mit Hilfe moderner operativer Techniken unproblematisch möglich, den Unter- und /oder Oberkiefer dreidimensional neu zu positionieren, also in allen Richtungen des Raumes zu verändern. Unter- und Oberkiefer können in einer Operation korrigiert werden. Verständlicherweise sind Sie besorgt, wenn mit Ihnen besprochen wird, welcher Eingriff auf Sie zukommt. In der Hand des erfahrenen Operateurs handelt es sich jedoch um sichere operative Techniken, die zum Einsatz kommen. Daher kann ich empfehlen, im Hinblick auf das zu erwartende ästhetische Ergebnis lieber den umfangreicheren Eingriff zu wählen und hier weniger Kompromisse einzugehen. Die Auswirkungen auf eine Verbesserung des Aussehens bei Korrektur der Gesichtsknochen durch den Eingriff sind immens. Nehmen Sie lieber für wenige Tage etwas mehr postoperative Unannehmlichkeiten in Kauf – dafür bleibt Ihnen die optimale Formung der knöchernen Grundlage Ihres Gesichtes ein Leben lang.

Der Eingriff erfordert unbedingt eine Vollnarkose. Die notwendigen Zugänge zum Knochen erfolgen minimalinvasiv durch die Mundhöhle. Die Gesichtshaut bleibt vollständig unversehrt. Durch diese Zugangswege können Ober- und Unterkiefer gelöst, in die neue Position gebracht und mit Platten und Schrauben aus reinem Titan wieder befestigt werden. Die Wunden werden vernäht. Nach dem Eingriff können Sie den Mund öffnen. Einige Tage nach dem Eingriff fängt man dann an, Ihnen mit zwischen Ober- und Unterkieferzähnen eingehängten kleinen elastischen Gummiringen die korrekte Bisseinstellung zu erleichtern. In der ersten Phase sind Sie auf flüssig- weiche Kost angewiesen. Mit zunehmendem Abstand von der Operation kann die Kost aufgebaut werden. Nach 6 Wochen sind die Knochentrennstellen soweit stabil geworden, dass Sie sich wieder ganz normal körperlich belasten können. Auch bei der Nahrung muss keine spezielle Form mehr gewählt werden.

Das Fixierungsmaterial aus Titan könnte an sich im Körper verbleiben. Dennoch kann es gerade bei jungen Patienten sinnvoll sein etwa 6 Monate nach dem Eingriff dieses Material operativ zu entfernen. Sollten weitere Korrekturen, wie z.B. eine Feinkorrektur des Kinns oder auch der Nase gewünscht werden, so sind diese unproblematisch zum Zeitpunkt der Materialentfernung in einer Operation durchführbar.

Beispiel nach einer Operation

Das Heilmittelwerbegesetz verbietet leider ab dem 01.04.2006 die vergleichende Darstellung von Befunden vor- und nach einer Operation mit entsprechenden Bildern oder Skizzen.

Ich bitte daher um Verständnis, die Ausgangsbilder vor der Operation nicht zeigen zu dürfen.

Dysgnathie

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