Kiefergelenkschmerzen

Das Kiefergelenk besteht aus zwei Gelenkräumen. Zwischen ihnen liegt eine Knorpelscheibe, der so genannte Diskus, ähnlich wie der Meniskus im Kniegelenk. Die Strukturen der Gelenkkapsel und insbesondere der Aufhängungsapparat des Diskus enthalten schmerzempfindliche Nerven. Tritt eine ungünstige Lage oder Funktionsbewegung des Diskus oder des Kiefergelenkköpfchens ein, sind häufig Kiefergelenkschmerzen die Folge. Oftmals sind diese Schmerzen mit kaumuskulären Schmerzen kombiniert. Ein fortschreitender Gelenkverschleiß verschlimmert die Situation.

Therapeutisch kann neben einer medikamentösen Schmerzbehandlung zunächst versucht werden, mit einer Aufbissschiene aus Kunststoff, die fest auf einer Zahnreihe sitzt und den Biss korrekt gegen die andere Zahnreihe simuliert, eine Entlastung des Kiefergelenkes und damit verbundener Normalisierung des Bewegungsablaufs des Gelenkes herbeizuführen. Eine spezielle Krankengymnastik sowie physikalische Anwendungen können hilfreich eingesetzt werden.

Führt dies nicht zur Schmerzfreiheit, kann nach einer entsprechenden Kiefergelenk- Röntgenuntersuchung die Indikation zu einer Kiefergelenkspülung oder gar einer offenen Kiefergelenkoperation gestellt werden.

Eine Injektion von Botulinum- Toxin, welches breit in der Ästhetischen Medizin zur Therapie von Falten eingesetzt wird, ist z. Zt. noch nicht als ursächlich indiziert in Deutschland zugelassen. Durch diese Injektion können aber oftmals bestimmte Kaumuskeln, deren Funktion sich negativ auf den Bewegungsablauf des Kiefergelenkes oder die Lage der Gelenkknorpelscheibe auswirkt, zeitweise außer Funktion gesetzt werden. Die Schmerzlinderung kann einige Monate betragen. Eine Behandlung mit Botulinum- Toxin kann nur als Heilversuch gewertet werden; die Kosten dafür sind in der Regel keine Leistung der kassenärztlichen Versorgung.

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